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Unternehmenskultur

atra Weihnachtsspende 2024

Daniel Wochnik
Abstrakte Open-Source-Infrastruktur

Spenden statt Schenken

Es ist wieder Advent. In vielen Unternehmen werden jetzt Kugelschreiber mit Logo bestellt, Pralinen verpackt und Weihnachtskarten gedruckt. Bei atra machen wir es seit einigen Jahren anders: Wir spenden. Keine Kugelschreiber, keine Pralinen — sondern Geld an Projekte, die unsere tägliche Arbeit überhaupt erst ermöglichen.

Das Rückgrat unserer digitalen Welt

Open-Source-Software ist die unsichtbare Infrastruktur der digitalen Welt. Linux läuft auf über 2 Milliarden Android-Geräten. SQLite wird auf schätzungsweise 1 Billion Geräten eingesetzt — in jedem Smartphone, in jedem Browser, in praktisch jedem eingebetteten System. Ohne Open Source gäbe es kein Internet, wie wir es kennen. Kein Android, kein Chrome, kein Kubernetes.

Das Besondere: Diese Software wird oft von kleinen Teams oder Einzelpersonen entwickelt und gepflegt — unbezahlt, in der Freizeit, aus Überzeugung.

Die Schattenseiten

Die Geschichte von OpenSSL und dem Heartbleed-Bug ist zum Sinnbild geworden: Eine Bibliothek, die die Verschlüsselung für zwei Drittel des Internets bereitstellt, wurde jahrelang von einer einzigen Person hauptberuflich gewartet. Als 2014 eine kritische Sicherheitslücke entdeckt wurde, war die Überraschung groß — aber sie hätte es nicht sein dürfen.

Noch beunruhigender war der XZ-Vorfall 2024: Ein Angreifer erschlich sich über Jahre hinweg durch Social Engineering das Vertrauen des Maintainers eines weit verbreiteten Kompressions-Tools — und platzierte eine Backdoor, die beinahe in sämtliche Linux-Distributionen eingeflossen wäre. Es war reines Glück, dass ein aufmerksamer Entwickler die Anomalie rechtzeitig bemerkte.

Open Source: Stärke durch Transparenz

Wer kennt es nicht — den berühmten xkcd-Comic, der die gesamte digitale Infrastruktur als wackeligen Turm zeigt, der auf einem kleinen Projekt basiert, das „irgendein Typ in Nebraska” seit 2003 pflegt. Was als Witz gemeint ist, trifft den Kern: Wir alle bauen auf einer Grundlage, die wir für selbstverständlich halten.

Aber genau hier liegt auch die Stärke von Open Source: Transparenz. Jeder kann den Code lesen, prüfen und verbessern. Fehler werden öffentlich diskutiert und behoben. Kein Security through Obscurity, sondern Sicherheit durch Offenheit. Das funktioniert — aber nur, wenn genug Menschen hinsehen. Und dafür braucht es Ressourcen.

Unsere Weihnachtsspende 2024

Wie in jedem Jahr hat das gesamte Team abgestimmt. Jeder Kopf eine Stimme, jede Stimme 50 Euro. Die Ergebnisse:

Signal (50 %)

Verschlüsselte Kommunikation für alle — kostenlos, werbefrei, unabhängig. Signal setzt den Standard für private Messaging-Apps und finanziert sich ausschließlich über Spenden.

Wikipedia (30 %)

Das größte Lexikon der Menschheitsgeschichte, gepflegt von Freiwilligen. Wikipedia bleibt eines der letzten großen Projekte im Netz, das weder Werbung zeigt noch Daten verkauft.

Notepad++ (20 %)

Ein Texteditor, der seit über 20 Jahren fester Bestandteil des Werkzeugkastens von Millionen Entwicklern ist. Gepflegt von einer einzelnen Person — Don Ho — als echtes Open-Source-Projekt.

Die Auswahl spiegelt wider, was unserem Team wichtig ist: sichere Kommunikation, freier Zugang zu Wissen und die Wertschätzung für Werkzeuge, die wir täglich nutzen. Keines dieser Projekte ist selbstverständlich. Alle drei verdienen Unterstützung.

Frohe Weihnachten.

Daniel Wochnik

Daniel Wochnik

Geschäftsbereichsleitung «Finanzdienstleistungen»

Daniel ist seit 2017 in der IT-Branche aktiv und bringt seine umfassende Erfahrung als Senior Managing Consultant und Geschäftsbereichsleiter bei atra consulting ein. Besonders begeistert ihn das Zusammenspiel technischer, methodischer und organisatorischer Aspekte. Seine Kunden unterstützt er als Softwarearchitekt, agiler Coach und Berater bei der nachhaltigen und zielgerichteten Umsetzung von Entwicklungsprojekten.

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